Rezension // Jugendbuch-Tipp! Maria Engstrands »Code: Orestes« – KIMONO Blog
  • Rezension

    Jugendbuch-Tipp! Maria Engstrands »Code: Orestes«

    Lesezeit: 4 Min.
    Codes, Rätsel und das Mysterium einer ganzen Stadt – unglaublich spannend und toll geschrieben!

     

    Ein Brief aus der Vergangenheit mit mysteriösen Codes, ein Internet-Zwischenfall und ein Rutenkind mit Hippiemutter: Malin und Orestes haben alle Hände voll zu tun, das Geheimnis um einen Wissenschaftler aus dem vorigen Jahrhundert zu lösen, und stoßen dabei auf Fragen, die sich mit Logik nicht erklären lassen. Geheimnisvoll und atemlos – was kann Wissenschaft? Und sind bei allem, was passiert, nicht vielleicht auch andere Kräfte beteiligt?

    Maria Engstrand, Code: Orestes CoverDieses Buch wurde mir ans Herz gelegt, da es perfekt für Fans von Griswolds Bücherjagd sein soll. Codes, Chiffren, Geheimnisse und seltsame Botschaften… Und was soll ich sagen? Schon der Klappentext liest sich sehr spannend, das schöne Cover hat dann noch sein Übriges getan und ehe ich mich versah, war ich mittendrin in der Welt von Malin und Orestes. Die fast 400 Seiten sind wirklich wie im Flug vergangen und ich bin jetzt schon extrem vorfreudig auf Band zwei, der im Herbst (pünktlich zu Halloween) erscheint. Da ich kein Schwedisch kann, ist hier der Griff zur Originalausgabe leider nicht möglich, sodass Warten leider unumgänglich ist. Doch zurück zum Inhalt: Malin befindet sich gerade auf dem Nachhauseweg in einem kleinen Örtchen nahe Göteborg, als ein in altertümliche Kleidung gehüllter Mann plötzlich auftaucht, sie anspricht und von einem Rutenkind spricht, das in 100 Tagen erscheinen soll. Für dieses hat er einen Brief, den Malin ihm übergeben soll. Mit diesen Worten verschwindet der mysteriöse Mann wieder und hinterlässt eine verwirrte, aber trotzdem sehr neugierige Malin. Und hier beginnt “Code: Orestes” erst richtig, denn natürlich schaut Malin sich den Brief an. Als dann – genau 100 Tage später – ein Umzugswagen direkt gegenüber anrollt, ist Malin sicher, dass das Rutenkind in Lerum angekommen ist. Doch dass es sich dabei offensichtlich um den sturen, unfreundlichen Orestes handelt, schmeckt ihr nicht so gut. Zu allem Überfluss zerreißt er den Brief direkt, als Malin ihm diesen überreicht!

    Glaubte man diesem Buch, war die beste Methode, [Codes zu knacken,] leistungsstarke Computer dafür zu benutzen. Ich fragte mich wirklich, ob man »leistungsstarke Computer« durch einen dunkelhaarigen Jungen, einen blauen Füller und einen altersschwachen Computer in der Bibliothek ersetzen konnte.

    Gut, dass Malin sehr vorausschauend ist und nicht eine, sondern gleich drei Kopien von dem Brief versteckt hat. Denn sonst wäre die spannende Geschichte bereits jetzt zu Ende. Dass Orestes grundsätzlich äußerst skeptisch ist (und wieso dem so ist), erfährt Malin, als sie das erste Mal das Haus seiner Familie betritt: Orestes Mutter “Mon Schein” (alle nennen sie Mona) beschäftigt sich privat und beruflich mit vielerlei mystischen Bereichen, ob Heilsteine, Heilung durch Gesang, Horoskope und Tarot oder Numerologie. Und ob es nur kindliche Bockigkeit ist (mit einer Prise “Meine Mutter ist so peinlich!”) sind oder nicht, Orestes verweigert sich dem Ganzen und glaubt deshalb auch nicht an den mysteriösen Mann aus der Vergangenheit, der Malin den ominösen Brief gegeben haben soll. Doch Malin kann ihn irgendwie doch überzeugen, dem Ganzen auf die Spur zu gehen und so beginnt eine wunderbare, sehr spannende Schnitzeljagd quer durch die Zeiten. Die beiden lernen einiges über die Vergangenheit von Lerum, über den Bau der Bahnstrecke von hier nach Göteborg (der seinerzeit sehr viel Aufmerksamkeit erregt hat) und über Codes.

    Maria Engstrand hat es mit “Code: Orestes” geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem zu halten. Und tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass alle Griswold-Fans begeistert sein werden von diesem Trilogie-Auftakt (oh ja, es gibt drei Bücher!). Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet, und das betrifft nicht nur die beiden Protagonisten: Auch ihre jeweiligen Familien – Malins sehr rationalen Eltern (ihre Mutter ist eine renommierte Wissenschaftlerin) – und die Hippie-eske Mutter von Orestes sind unglaublich liebenswert. Auch, dass Malins Vater sich trotz der Wissenschafts-Fuchtel seiner Frau zu Séancen und Yoga-Stunden zu Mona rüberschleicht, finde ich toll. Diese Momente verleihen der temporeichen Story noch eine kleine Prise Humor.

    Fazit: Eine wunderbare neue Jugendbuch-Reihe! Sympathische Charaktere, eine spannende Schnitzeljagd mit vielen Rätseln und historische Gegebenheiten, die dem Ganzen noch die Krone aufsetzen. Es war mir eine Freude, Malin und Orestes bei der Entschlüsselung des Geheimnisses um Lerums Vergangenheit (die nach Band eins natürlich noch nicht beendet ist) zu begleiten, und freue mich schon jetzt unheimlich auf die beiden kommenden Bücher. Kann nicht jetzt schon Oktober sein?

    Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Mixtvision Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

    Maria Engstrand / Code: Orestes / Mixtvision Verlag / Gebundenes Buch, 384 Seiten / ISBN: 978-3-95854-153-5 / Erschienen am 12.02.20 / zur Verlagsseite

  • 1 Kommentar

  • Reply Rezension // Nachlese September & Oktober – KIMONO Blog 24. Oktober 2020 at 16:43

    […] mir der erste Teil von Maria Engstrands Jugend-Trilogie, “Code Orestes”, so wunderbar gefallen hat, fällt der Folgeband leider in die Kategorie “Typisches […]

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